Haben Sie sich schon vom Trend Töpfern anstecken lassen? Dann verraten wir Ihnen, was Sie als Anfänger wissen müssen und wie Sie auch zu Hause tolles Geschirr und Kunst aus Ton herstellen können.

Das Wichtigste zum Töpfern zu Hause auf einen Blick

Töpfern mit Drehscheibe.

Egal, ob als Mini-Hobby ohne großen Aufwand oder professionell: Zu Hause mit Ton zu arbeiten, ist relativ einfach möglich.

Was Sie brauchen:

  • Sie benötigen Tonmasse und ein paar einfache Hilfsmittel wie einen Schwamm und Modellierwerkzeuge – hier tun es aber eventuell auch Dinge, die Sie bereits im Haushalt haben.
  • Sinnvoll ist eine wiederverwendbare Unterlage, um Ihren Tisch gegen Verschmutzung zu schützen.
  • Je nach Wunsch brauchen Sie entsprechede Farben zum Bemalen des Tons und Glasuren.
  • Eine Töpferscheibe benötigen Sie für den Anfang nicht unbedingt, auch wenn sie die Arbeit erleichtert.
  • Etwas schwieriger gestaltet sich das Brennen: Da ein haushaltsüblicher Ofen nicht ausreicht, müssen Sie sich eine Werkstatt suchen und Ihre Werke sicher dorthin transportieren. Sie müssen pro Brenngang bezahlen und mit Wartezeit rechnen.
  • Wenn Sie sicher sind, dass Sie dauerhaft töpfern möchten, können Sie einen kleinen Brennofen kaufen. Diese kosten allerdings mehrere hundert bis mehrere tausend Euro, je nach Größe und Leistung.
  • Alternativ verwenden Sie Materialien, die lufttrocknen oder bei geringerer Temperatur gebrannt werden können. Diese sind allerdings nicht lebensmittelecht.

Tipp: Bevor Sie voll ins Töpfern zu Hause einsteigen und Geld investieren, machen Sie einen Anfängerkurs. Dort erhalten Sie wertvolle Tipps und können auch direkt vor Ort brennen lassen. Ein bis zwei Stücke sind normalerweise in der Kursgebührt enthalten.

Außerdem müssen Sie beachten, dass der Brennofen einen feuerfesten Platz benötigt und nicht einfach in der Wohnung betrieben werden kann. Größere Öfen sind zudem sehr schwer und benötigen einen entsprechenden Boden.

Materialien zum Töpfern

Je nachdem, was Sie gestalten möchten, haben Sie die Auswahl zwischen verschiedenen Tonarten und anderen plastischen Massen bzw. Modelliermassen. Im Folgenden finden Sie eine Übersicht.

Übersicht: Ton- und Modelliermaterialien fürs Töpfern

Töpfern ist sowohl klassisches Arbeiten mit Keramikton, der gebrannt werden muss, oder allgemein das Modellieren mit Materialien, die ohne Brennofen aushärten. Hier eine Übersicht über die wichtigsten Materialien.

Keramische Tone – Brennofen nötig

Diese Tone bestehen aus natürlichen Tonmineralien. Die geformten Stücke müssen vollständig trocknen, dann können sie bemalt und glasiert werden. Anschließend müssen sie in einem geeigneten Brennofen gebrannt werden. Ein normaler Haushaltsbackofen reicht dafür nicht aus. Der Vorteil: Die Werke sind halbbar, wasserfest, farbbeständig und lebensmittelecht.

  • Steinzeugton: Vielseitig, wird bei hoher Temperatur gebrannt. Er wird dicht und robust und eignet sich zum Beispiel für Schalen und Tassen. Für den Einstieg ist ein gut formbarer, gegebenenfalls schamottierter Steinzeugton eine gängige Wahl.
  • Schamottierter Ton: Enthält kleine Körner aus bereits gebranntem Ton (Schamotte). Diese machen die Masse körniger und können das Arbeiten an größeren oder handaufgebauten Formen erleichtern. Wie passend er für Sie ist, hängt von der Technik und der gewünschten Oberfläche ab.
  • Irdenware und Töpferton: Wird bei niedrigeren Temperaturen gebrannt und ist oft in rötlichen oder terrakottafarbenen Varianten erhältlich. Die gebrannte Ware kann poröser bleiben als Steinzeug. Ob sie für Geschirr geeignet ist, hängt unter anderem von Brenntemperatur und Glasur ab.
  • Porzellan: Sehr feiner, meist heller Ton. Er lässt sich glatt und dünn verarbeiten, ist aber anspruchsvoller in der Handhabung und kann beim Trocknen oder Brennen stärker auf Formveränderungen reagieren.

Materialien ohne Brennofen

  • Lufttrocknender Ton: Härtet an der Luft aus und ist daher praktisch für einfache Projekte zu Hause. Er ist jedoch nicht mit gebrannter Keramik gleichzusetzen: Die fertigen Stücke sind in der Regel nicht wasserdicht und nicht für Lebensmittelkontakt gedacht. Lack oder Versiegelung ändern diese Einschränkungen nicht automatisch.
  • Papier- beziehungsweise Paperclay: Modelliermasse mit Papierfasern. Je nach Produkt kann sie an der Luft trocknen oder als keramische Masse gebrannt werden, deshalb beim Kauf die Produktangaben prüfen.
  • Polymer Clay: Eine formbare, farbige Modelliermasse, die nach Herstellerangaben im Backofen härtet. Auch wenn der Name es suggeriert, ist Polymer Clay kein keramischer Ton. Temperatur und Verarbeitung richten sich nach der jeweiligen Produktanleitung.
  • Epoxid-Modelliermasse: Besteht meist aus zwei Komponenten, die miteinander vermischt werden und dann aushärten. Sie eignet sich eher für kleine Modellier- und Reparaturarbeiten als für klassisches Töpfern.

Ergänzende Materialien

  • Engobe und Tonschlicker: Flüssige Tonmassen, die zum Verbinden, Bemalen oder Beschichten keramischer Werkstücke verwendet werden.
  • Farben: Spezielle Farben zum Verzieren Ihrer Werke können je nach Material gewählt werden.
  • Glasuren: Werden auf keramische Stücke aufgetragen und im Brennofen gebrannt. Sie sind keine Farbe für ungebrannte oder lufttrocknende Objekte; Eignung für Lebensmittelkontakt hängt vom konkreten Produkt und korrektem Brand ab.
  • Gipsformen: Keine Tonart, sondern ein Hilfsmittel, etwa zum Formen oder Abgießen von flüssigem Ton (Gießton).

Welche Brennöfen gibt es zum Töpfern?

Rohlinge aus Ton.
  • Elektrische Toplader: Werden von oben beladen und sind oft kompakt. Sie eignen sich gut für kleinere Werkstücke und Hobbywerkstätten.
  • Elektrische Kammeröfen (Muffelofen): Werden meist von vorne beladen. Die Bauform ist praktisch für größere Stücke und regelmäßige Brände.
  • Gasöfen: Können eine veränderte Brennatmosphäre erzeugen und werden etwa für bestimmte Glasur- und Farbeffekte eingesetzt. Aufstellung und Betrieb sind anspruchsvoller als bei vielen Elektroöfen.
  • Holzöfen: Werden mit Holz befeuert und erzeugen besondere Oberflächen. Sie brauchen viel Platz, Erfahrung und eine geeignete Umgebung.
  • Rakuöfen: Meist Gasöfen für ein spezielles Brennverfahren, bei dem die Keramik heiß entnommen und anschließend weiterbehandelt wird. Das ist eine fortgeschrittene Technik mit besonderen Sicherheitsanforderungen.

Für den Einstieg sind elektrische Öfen oft die naheliegendste Variante, weil sich Temperatur und Brennprogramm gezielt steuern lassen. Toplader und Kammeröfen unterscheiden sich vor allem darin, wie sie beladen werden und wie viel Platz sie bieten.

Darauf müssen Sie achten

  1. Brenntemperatur: Der Ofen muss zur verwendeten Tonmasse und Glasur passen. Entscheidend ist nicht nur die maximale Temperatur, sondern auch die empfohlene Anwendungstemperatur des konkreten Materials.
  2. Innenraum und Nutzvolumen: Prüfen Sie, ob Ihre Stücke samt Brennplatten und Abstandshaltern hineinpassen. Planen Sie auch Platz für spätere Projekte ein.
  3. Stromanschluss: Kleine Modelle können je nach Ausführung einen üblichen Anschluss nutzen. Oft ist aber eine Größere Geräte benötigen oft einen Starkstromanschluss. Vor dem Kauf die technischen Daten prüfen und den Anschluss fachlich beurteilen lassen.
  4. Standort und Brandschutz: Der Ofen gehört auf einen ebenen, nicht brennbaren Untergrund. Sicherheitsabstände sind modellabhängig – maßgeblich ist die Betriebsanleitung des Herstellers, nicht ein pauschaler Richtwert.
  5. Lüftung und Abluft: Beim Brennen können je nach Ton und Glasur Gase und Dämpfe entstehen. Der Raum muss ausreichend belüftet werden, der Lüfter am Gerät muss frei bleiben. Gegebenenfalls ist eine Abluftführung nach draußen nötig.
  6. Betrieb und Folgekosten: Berücksichtigen Sie Strom- oder Brennstoffverbrauch (manche Modelle werden bis 1200 Grad Celsius heiß), Brennplatten und Stützen sowie Wartung und mögliche Reparaturen. Auch die Steuerung ist wichtig: Sie sollte die benötigten Brennkurven zuverlässig abbilden können.

Wer zu Hause keinen geeigneten Standort oder Anschluss hat, kann Werkstücke auch in einem Keramikatelier oder einer Gemeinschaftswerkstatt brennen lassen. Ein normaler Haushaltsbackofen ist kein Ersatz für einen Keramikbrennofen.

Gestalten mit Ton

Töpfern ist nicht grundsätzlich schwierig, sondern benötigt vor allem Übung und etwas Geduld. Vor allem beim Glasieren kann ohne Erfahrung einiges schiefgehen. Lassen Sie sich nicht entmutigen, denn selbst Profis passiert das manchmal.

Vorbereitung vor dem Töpfern

Vor der Verarbeitung sollte der Ton sauber, gleichmäßig feucht und gut formbar sein. Er sollte sich kneten und formen lassen, ohne stark an den Händen zu kleben oder beim Biegen zu bröckeln.

  • Verpackten Ton prüfen: Frisch gekaufter Ton ist oft bereits maschinell aufbereitet. Ist er gleichmäßig und geschmeidig, muss er nicht automatisch lange durchgeknetet werden. Folgen Sie auch den Hinweisen des Herstellers.
  • Bei Bedarf kneten (schlagen): Kneten Sie den Ton mit den Handflächen auf einer sauberen, glatten Arbeitsfläche, wenn er ungleichmäßig feucht ist, längere Zeit gelagert wurde oder aus Reststücken besteht. Das Ziel ist eine möglichst homogene Masse. Die Technik sollte man sich zeigen lassen, denn unsachgemäßes Kneten kann auch Luft einschließen.
  • Zu trockenen Ton anfeuchten: Geben Wasser nur sparsam dazu und arbeiten Sie es gut ein. Ist der Ton sehr trocken, kann es helfen, ihn leicht anzufeuchten, luftdicht einzuwickeln und ruhen zu lassen, statt außen viel Wasser aufzutragen.
  • Reste aufbereiten: Trockene Tonreste lassen sich meist erst wiederverwenden, wenn sie vollständig getrocknet, in Wasser aufgelöst und anschließend bis zur passenden Konsistenz getrocknet wurden. So wird die Feuchtigkeit gleichmäßiger verteilt.
  • Arbeitsplatz sauber halten: Entfernen Sie Fremdkörper und alte Tonkrümel, besonders wenn Sie mit einer anderen Tonsorte arbeiten. Vermeiden Sie trockenen Tonstaub. Feucht abwischen ist besser als trocken kehren.

Beim Formen sollten Teile gleichmäßig dick sein und Verbindungen sorgfältig geschlossen werden. Eingeschlossene Luft, starke Unterschiede in der Wandstärke und Restfeuchte können beim Trocknen oder Brennen zu Schäden beitragen.

Töpfertechniken

  • Daumendrucktechnik: Eine Tonkugel wird mit Daumen und Fingern zu einer kleinen Schale oder einem Becher geformt. Dafür braucht man vor allem die Hände. Ein Schwamm und ein Modellierholz helfen beim Glätten.
  • Wulsttechnik: Aus Ton werden lange Rollen geformt und schichtweise aufgebaut. Die Übergänge werden verstrichen, damit das Gefäß stabil wird. Typische Hilfsmittel sind ein Schneidedraht, ein Modellierholz und ein Schwamm.
  • Plattentechnik: Ton wird gleichmäßig zu Platten ausgerollt, zugeschnitten und zu Formen zusammengesetzt. Diese Technik eignet sich besonders für geometrische Gefäße und flache Objekte. Dafür sind ein Nudelholz oder eine Tonwalze, Führungsleisten, ein Messer und Schablonen nützlich.
  • Drehen auf der Töpferscheibe: Der Ton wird auf einer rotierenden Scheibe zentriert und hochgezogen. Neben der Scheibe braucht man Wasser, einen Schwamm, eine Tonrippe und einen Schneidedraht. Das Drehen erfordert Übung und ist aufwendiger als Handaufbautechniken.
  • Gießen in Gipsformen: Flüssiger Ton, sogenannter Gießton, wird in eine Gipsform gegossen. Das ist hilfreich, wenn ähnliche Formen mehrfach hergestellt werden sollen; nötig sind Gipsformen und ein passender Gießton.

Oberflächen gestalten

Zusätzlich zum Formen gibt es Techniken wie Ritzen und Eindrücken, Stempeln, Auftragen von Tonschlicker sowie Sgraffito: Dabei wird eine farbige Schicht teilweise weggekratzt, sodass der darunterliegende Ton sichtbar wird. Dafür eignen sich etwa Nadelwerkzeuge, Stempel, Modellierhölzer und kleine Pinsel.

Grundausstattung für Töpfern für Einsteiger

Für einfache Handaufbautechniken beim Töpfern reichen in der Regel:

  • Schneidedraht zum Teilen des Tons
  • Nudelholz und zwei gleich hohe Führungsleisten für Tonplatten
  • Messer oder Tonschneider
  • Modellierholz oder Kunststoffrippe
  • Schwamm
  • kleine Schale mit Wasser
  • Schlicker zum Verbinden von Tonteilen

Beim Zusammensetzen werden die Kontaktflächen angeraut und mit Schlicker verbunden. Die Werkzeugauswahl hängt also davon ab, ob man von Hand aufbaut, an der Scheibe dreht oder Oberflächen dekoriert.

Praktischer Einstieg: Mit Daumendruck-, Wulst- oder Plattentechnik lässt sich ohne Töpferscheibe arbeiten. Bei trockenem Tonstaub empfiehlt sich feuchtes Reinigen statt trockenem Kehren.

Braucht man unbedingt eine Töpferscheibe?

Fürs Töpfern zu Hause braucht man nicht unbedingt eine Töpferscheibe. Viele Stücke lassen sich von Hand formen – zum Beispiel mit Daumendruck-, Wulst- oder Plattentechnik. Dafür genügen einfache Werkzeuge wie ein Messer, ein Nudelholz, ein Schwamm und Modellierhölzer.

Eine Töpferscheibe hat vor allem diese Vorteile:

  • Runde, gleichmäßige Formen: Damit lassen sich Gefäße wie Becher, Schalen und Vasen leichter symmetrisch formen.
  • Schnelleres Formen bei Übung: Wer die Technik beherrscht, kann Gefäße zügig hochziehen.
  • Wiederholbare Ergebnisse: Ähnliche Formen und Größen lassen sich leichter mehrfach herstellen.
  • Dünne, gleichmäßige Wände: Beim Drehen kann man Wandstärke und Form gezielt beeinflussen.

Sie braucht aber Platz, kostet mehr als die Grundausstattung fürs Handaufbauen und erfordert Übung. Für den Einstieg ins Töpfern oder unregelmäßige, eckige und skulpturale Objekte ist Handaufbau oft die unkompliziertere Wahl.

Tipp: Einfache, kleine Töpferscheiben sind bereits ab ca. 35 Euro erhältlich. Sie sind besonders für Anfänger gedacht oder für nur gelegentliches Töpfern. Es gibt auch komplette Einsteigersetz mit passenden Farben, die besonders für den Einsatz mit Kindern geeignet ist.

Was bei Glasuren zu beachten ist

Töpfern zu Hause oder in einer offenen Werkstatt.

Beim Glasieren kommt es vor allem darauf an, dass Ton, Glasur und Brennprogramm zueinander passen. Eine Glasur kann bei falscher Temperatur anders aussehen oder nicht richtig ausreifen.

  • Meist erst nach dem Schrühbrand glasieren: Der erste Brand macht den Ton fest, aber noch porös genug, damit er Glasur aufnehmen kann. Manche Produkte dürfen auch auf ungebrannten Ton. Lesen Sie unbedingt die Herstellerangaben.
  • Oberfläche vorbereiten: Entfernen Sie Staub und Krümel mit einem leicht feuchten Schwamm und lassen Sie das Stück anschließend trocknen. Vor Gebrauch die Glasur gut aufrühren.
  • Auftrag nach Anleitung: Glasuren unterscheiden sich in Konsistenz und Auftrag. Halten Sie sich an die angegebene Anzahl der Schichten und lassen Sie sie gegebenenfalls zwischendurch trocknen. Zu dicke oder ungleichmäßige Schichten können das Ergebnis beeinträchtigen.
  • Standfläche freihalten: Glasur am Fuß des Stücks sorgfältig entfernen, damit das Werkstück beim Brand nicht an der Brennplatte festschmilzt. Auch Tropfen an der Unterseite vermeiden.
  • Brenntemperatur beachten: Die Glasur muss zum Ton und zum Ofenprogramm passen. Verwenden Sie die Temperatur- und Brennangaben des Herstellers. Für neue Kombinationen sind kleine Testplättchen sinnvoll.
  • Bei Geschirr genau prüfen: „Lebensmittelecht“ ist keine pauschale Eigenschaft jeder Glasur. Entscheidend sind unter anderem die konkrete Glasur, ihr Auftrag und der korrekte Brand. Verwenden Sie nur Produkte, die ausdrücklich für den vorgesehenen Lebensmittelkontakt ausgewiesen sind, und halten Sie die Brennvorgaben exakt ein.
  • Sicher arbeiten: Flüssigglasuren vermeiden Pulverstaub, aber trotzdem gelten die Sicherheitshinweise des Produkts. Pulverglasuren nicht einatmen und beim Brennen für ausreichende Lüftung sorgen.

Tipp: Für den ersten Versuch ist eine fertige Flüssigglasur mit klarer Brennanleitung praktisch. Notieren Sie sich Ton, Glasur, Auftrag und Brennprogramm – so können Sie gelungene Ergebnisse später besser wiederholen und Fehler vermeiden.

Tipps fürs Glasieren

Die Glasur ist das Schwierigste beim Töpfern und erfordert viel Übung und Geschick. Glasurfehler lassen sich nicht immer durch eine einzelne Maßnahme verhindern: Ursache können Ton und Glasur, Auftrag oder Brennverlauf sein. Erst den Fehler bestimmen, dann gezielt testen ist am Besten. Nutzen Sie kleine Probestücke aus derselben Tonmasse und heben Sie gelungene Ergebnisse als Referenz auf. Dieser Artikel gibt wertvolle Tipps aus der Praxis.

  • Bläschen oder kleine Löcher: Können entstehen, wenn beim Brand Gase aus dem Scherben entweichen und die Glasuroberfläche sich nicht wieder glättet. Achten Sie darauf, dass das Werkstück vor dem Glasieren sauber und vollständig trocken ist. Tragen Sie die Glasur gleichmäßig und nicht zu dick auf. Halten Sie sich an das empfohlene Brennprogramm.
  • Haarrisse in der Glasur (Craquelé): Oft passen die Ausdehnungseigenschaften von Ton und Glasur nicht zusammen. Verwenden Sie Glasur und Ton, die für denselben Brennbereich vorgesehen sind, und testen Sie die Kombination vor größeren Projekten. Ein feines Rissnetz ist bei Geschirr nicht automatisch unbedenklich: Es kann Reinigung erschweren und das Stück ungeeignet für die Verwendung mit offenen Lebensmitteln machen.
  • Glasur platzt oder schuppt ab: Das kann auf eine schlechte Passung zwischen Ton und Glasur hindeuten. Solche scharfkantigen Abplatzungen sind bei Gebrauchsgegenständen besonders problematisch. Stücke mit diesem Fehler sollten Sie nicht für Speisen oder Getränke verwenden.
  • Glasur zieht sich stellenweise zurück: Staub, Fett oder eine zu dicke, pudrige Glasurschicht können dazu beitragen. Reinigen die Oberfläche vor dem Auftrag gründlich und vermeiden Sie es, das Werkstück danach an den zu glasierenden Stellen mit bloßen, fettigen Händen anzufassen.

Notieren Sie bei jedem Test Tonmasse, Glasur, Auftragsweise und Brennprogramm. So lässt sich eher erkennen, welche Veränderung geholfen hat. Bei wiederkehrenden Fehlern sollte auch die tatsächliche Ofentemperatur geprüft werden. Die eingestellte Temperatur allein sagt nicht immer, ob das Material richtig gebrannt wurde.

Häufige Fragen (FAQ) zu Töpfern

  1. Was braucht man zum Töpfern?

    Für den Handaufbau genügen zunächst Ton, eine glatte Arbeitsfläche, Schneidedraht, Messer, Nudelholz, Schwamm und Modellierholz. Fürs Drehen kommen Töpferscheibe und spezielle Werkzeuge hinzu; gebrannte Keramik benötigt außerdem Zugang zu einem Brennofen.

  2. Ist eine Töpferscheibe unbedingt nötig?

    Nein. Schalen, kleine Gefäße und Dekoobjekte lassen sich mit Daumendruck-, Wulst- oder Plattentechnik von Hand formen. Die Scheibe erleichtert beim Töpfern runde, symmetrische Formen, erfordert aber Übung und mehr Platz sowie zusätzliche Anschaffungskosten.

  3. Welcher Ton eignet sich für Anfänger?

    Für Anfänger eignet sich meist ein gut formbarer Ton, der zur geplanten Technik und zum verfügbaren Brennofen passt. Steinzeugton ist vielseitig; schamottierter Ton kann beim Handaufbau Halt geben. Produktangaben zu Brenntemperatur und Schamotte sollten beachtet werden.

  4. Kann Keramikton im Haushaltsbackofen gebrannt werden?

    Nein. Ein Haushaltsbackofen erreicht nicht die hohen Temperaturen, die keramischer Ton zum Brennen benötigt. Lufttrocknender Ton und Polymer Clay härten anders aus und sind keine gebrannte Keramik. Bei Polymer Clay gelten die Angaben auf der Packung.

  5. Wie wird Ton vor dem Formen vorbereitet?

    Ton sollte gleichmäßig feucht, geschmeidig und frei von Fremdkörpern sein. Bei Restton oder ungleichmäßiger Konsistenz hilft sorgfältiges Kneten. Zu trockenen Ton nur sparsam anfeuchten und luftdicht ruhen lassen, statt ihn mit Wasser zu übergießen.

  6. Wie lassen sich Tonteile miteinander verbinden?

    Die Kontaktflächen beider Tonteile leicht anrauen, mit Tonschlicker bestreichen und fest zusammendrücken. Die Naht anschließend sorgfältig verstreichen. Gleichmäßige Wandstärken und langsames Trocknen senken das Risiko, dass Verbindungen reißen oder sich lösen.

  7. Wie lang muss ein Werkstück trocknen?

    Die Trocknungsdauer hängt von Größe, Wandstärke, Ton und Raumklima ab. Stücke langsam und gleichmäßig trocknen lassen; angesetzte Teile wie Henkel besonders schützen. Vor dem Schrühbrand muss das Werkstück vollständig trocken sein, sonst drohen Schäden.

  8. Was ist beim Glasieren zu beachten?

    Glasur muss zum Ton, zum Brennbereich und zum Brennprogramm passen. Das Werkstück vor dem Auftrag entstauben, Glasur nach Anleitung auftragen und die Standfläche freihalten. Für neue Kombinationen sind Testplättchen sinnvoll. Lebensmitteleignung ist zu beachten.

  9. Warum bekommt ein Werkstück beim Trocknen Risse?

    Risse beim Trocknen entstehen oft durch ungleichmäßige Wandstärken, zu schnelles Austrocknen oder schlecht verbundene Teile. Gleichmäßig formen, Nähte sorgfältig verstreichen und das Stück langsam trocknen lassen. Kleine Teststücke helfen, Ton und Technik einzuschätzen.

  10. Welche Techniken eignen sich für Anfänger?

    Einsteiger im Töpfern können mit Daumenschalen, Wulstgefäßen oder kleinen Plattenobjekten beginnen. Diese Handaufbautechniken benötigen keine Drehscheibe und erlauben einfache Formen und Muster. Kleine Projekte sind leichter gleichmäßig zu formen, zu trocknen und später zu glasieren.

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