Wie stellen Sie eine Hausapotheke zusammen, die im Alltag und im Notfall zuverlässig Hilfe leistet, Fieber schnell einordnet und auch für Kinder passt? Dieser Leitfaden bündelt kompakte Informationen, praktische Checklisten und klare Tipps von der Auswahl geeigneter Medikamente bis zur richtigen Lagerung, damit Sie für Ihre und die Gesundheit Ihrer Familie strukturiert und sicher vorsorgen.
Schnelle Checklisten mit Beispielen: Was gehört in eine gut sortierte Hausapotheke?
Eine übersichtliche Grundausstattung in Kategorien ist ideal für Ihre Hausapotheke:
- Wundversorgung und Verbände
Sterile Kompressen, Mullbinden, Fixierpflaster, Pflasterstrips in verschiedenen Größen, Wunddesinfektion (z. B. Octenidin), Wund- und Heilsalbe (z. B. Dexpanthenol), elastische Binde, Kälte-Sofortkompresse, Brandgel/Hydrogel. - Schmerzen und Fieber
Paracetamol oder Ibuprofen (Erwachsene), Zäpfchen (Kinder), Fieberthermometer. - Erkältung, Hals, Nase
Meerwasserspray, abschwellendes Nasenspray (max. 7 Tage), Halsschmerztabletten/-spray, je nach Bedarf Hustenlöser/-stiller - Magen-Darm
Elektrolytlösung, Mittel gegen Durchfall (z. B. Loperamid für Erwachsene), Mittel gegen Übelkeit/Reisekrankheit (z. B. Dimenhydrinat), Mittel gegen Sodbrennen (z. B. Alginate/Antazida). - Allergie und Haut
Antihistaminikum (z. B. Cetirizin/Loratadin), Hydrocortisoncreme 0,5–1 %, Gel/Stick gegen Insektenstiche, Sonnenschutz - Augen und Ohren
sterile Kochsalzlösung/Tränenersatz, Augenbad/Spülfläschchen, Ohrentropfen nach Bedarf - Saisonale Ergänzungen
- Sommer: Sonnenschutz (ausreichender LSF), Aftersun, Insektenschutz, Antihistaminikum, Blasenpflaster, Elektrolyte für heiße Tage
- Winter: Erkältungstee/Halsbonbons, Meerwasserspray, Lippenpflege, ggf. Wärmepflaster
- Hilfsmittel
Zeckenzange, Splitterpinzette, Verbandschere, Einmalhandschuhe, Handdesinfektion, Wärmflasche oder Kühlpack, Taschenlampe, FFP2 Masken - Dokumente
Notfallnummern, aktueller Medikamentenplan, Allergie- und Impfpass (Kopie).
Welche Besonderheiten gelten bei Kindern?
- Arzneien kindgerecht bevorraten
Fiebersaft oder -zäpfchen (Paracetamol/Ibuprofen in passender Stärke), Dosierspritze/Löffel, rektales Thermometer, Meerwasserspray, ggf. Nasensauger, Elektrolytlösung für Kinder, juckreizstillendes Gel für Kinder
- Sicherheit
Immer kindersicher, hoch und abgeschlossen lagern. Acetylsalicylsäure (ASS) ist z. B. für Kinder ungeeignet.
- Dosierung
Strikt nach Körpergewicht und Packungsangaben. Bei Unsicherheit bitte ärztlich oder in der Apotheke beraten lassen.
Was brauchen Allergiker oder Asthmatiker zusätzlich?
- Individuelle Notfallmedikation nach ärztlicher Verordnung
z. B. Antihistaminikum zum Einnehmen, Adrenalin-Autoinjektor, inhalatives Notfall-Spray (SABA) mit Spacer
- Haut
Hydrocortisoncreme 0,5–1 % für akute Reaktionen
- Organisation
Persönlichen Allergie-/Asthma-Plan beilegen, Haltbarkeiten der Notfallmittel im Blick behalten und Lagerhinweise (Temperatur!) beachten
Welche Hilfsmittel und Geräte sind sinnvoll?
- Pflicht
Digitales Fieberthermometer, Verbandschere, Pinzette/Splitterpinzette, Zeckenzange, Einmalhandschuhe, Händedesinfektion, Kälte-Sofortkompresse, FFP2 Masken - Optional
Wiederverwendbare Kühl-/Wärmepacks, Blutdruckmessgerät (bei Bedarf/ärztlicher Empfehlung), elastische Stützbandage in gängiger Größe, Taschenlampe.
Was gehört nicht in die Hausapotheke?
- Übrig gebliebene Antibiotika oder verordnete Spezialpräparate ohne aktuellen ärztlichen Auftrag.
- Lose Tabletten ohne Originalverpackung/Beipackzettel.
- Abgelaufene, verfärbte oder geruchsveränderte Arzneien; überlagerte Salben/Tropfen nach überschrittener Anbruchfrist.
- Medikamente haushaltsfremder Personen oder für Tiere.
Mehr Tipps für bestimmte Medikamente in der Hausapotheke erhalten Sie z. B. bei der Deutschen Familienversicherung.

Was ist die Grundausstattung einer Hausapotheke?
Eine gut bestückte Hausapotheke deckt häufige Alltagssituationen ab und ermöglicht schnelles, geordnetes Handeln, ohne eine Apotheke aufsuchen zu müssen. Typische Szenarien: Beim Kochen schneidet sich jemand in den Finger und benötigt sterile Kompressen, am späten Abend steigt das Fieber eines Kindes und ein Fieberthermometer entscheidet, ob gekühlt, beobachtet oder ärztlich abgeklärt werden sollte, nach dem Sport fordert eine Verstauchung elastische Binden und Kühlung.
Die folgende Tabelle zeigt übersichtlich die wichtigsten Bestandteile Ihrer Hausapotheke.
| Kategorie | Zweck | Bestandteile (alters- und bedarfsgerecht auswählen) |
|---|---|---|
| Schmerzen und Fieber | Linderung und Temperaturkontrolle | Fiebersenkende Schmerzmittel in geeigneter Dosierung, Fieberthermometer |
| Wundversorgung | Blutstillung, Schutz, Infektionsprophylaxe | Pflaster in verschiedenen Größen, sterile Kompressen, Mullbinden, Fixierbinde, Wunddesinfektion, Einmalhandschuhe |
| Erkältung | Atmung erleichtern, Symptome mildern | Halspastillen, Hustenmittel passend zur Hustenart, Nasenspray (je nach Personengruppe), Balsam zum Einreiben |
| Magen-Darm | Flüssigkeits- und Elektrolytausgleich, Beruhigung | Elektrolytlösung, Mittel gegen Durchfall und Übelkeit (gemäß Packungsbeilage) |
| Allergie und Haut | Reizlinderung, Abwehrreaktion dämpfen | Antiallergische Mittel, juckreizlindernde Cremes/Gele, Gel bei Insektenstichen |
| Tools und sonstiges | Anwendungssicherheit | Pinzette, Zeckenzange, Schere, Kühlkompresse, Wärmflasche, digitale Timer/Uhr |
Unterschiede in der Darreichungsform sind praxisrelevant: Tabletten sind einfach zu lagern und platzsparend, Säfte oder Zäpfchen sind für Kinder oder Personen mit Schluckbeschwerden geeignet, benötigen aber eine genauere Beachtung der Haltbarkeit nach Anbruch. Ebenso sollten Verbandmaterialien sowohl für kleine Verletzungen (Pflaster) als auch für großflächige Abdeckung (Kompressen + Fixierbinde) vorhanden sein. Auch diese sollten regelmäßig ausgetauscht werden, selbst wenn sie mehrere Jahre verwendet werden können.
➡️ Auch ohne konkrete Diagnose schafft eine geordnete Auswahl an Mitteln die nötige Handlungssicherheit für den Akutfall. Ebenso wichtig: Je nach Haushalt sind Ergänzungen sinnvoll, etwa für Kinder, Allergien oder sportliche Belastungen.
Persönliche Anpassung Ihrer Hausapotheke
Neben den oben genannten Basics sollte Ihre Hausapotheke an Ihre Bedürfnisse angepasst werden, damit Fehlgriffe im Bedarfsfall verhindert werden können:
- Wer mit Kindern zusammenlebt, profitiert von altersgerechten Arzneimitteln, bruchsicheren Dosierhilfen und gut erreichbaren, aber kindersicheren Tools.
- Bei Allergikerinnen und Allergikern zählt der schnelle Zugriff auf antiallergische Mittel.
- In sportlich aktiven Haushalten sind Stütz- und Kühlmöglichkeiten entscheidend.
Die Tabelle zeigt gängige Medikamente für häufig vorkommende Situationen, die Sie der Grundausstattung hinzufügen können.
| Situation | Ergänzung | Nutzen in der Anwendung |
|---|---|---|
| Haushalt mit Kindern | Kindgerechte Dosierformen (Saft, Zäpfchen), Fieberthermometer mit klarer Anzeige, weiche Pflaster | Dosiersicherheit, höhere Akzeptanz, weniger Stress bei Fiebermessung am Abend |
| Allergien/Heuschnupfen | Antiallergika, juckreizlindernde Gele, weiche Einmaltücher | Rasche Reizlinderung, weniger Kratzen, besserer Schlaf |
| Sport/Outdoor | Elastische Binden, Kältekompressen, Tape, Blasenpflaster | Stabilisierung, Schmerzlinderung, Weitergehen ohne Reibung |
| Empfindliche Haut | Milde Desinfektion, hautfreundliche Pflaster | Weniger Brennen, bessere Wundruhe |
Welche Art von Medikament Sie wählen, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die Unterschiede betreffen häufig nicht den Wirkmechanismus allein, sondern die Aufbewahrung und Anwendung: Ein Saft kann leichter dosierbar sein, muss aber in einer relativ kurzen Frist aufgebraucht sein, ebenso wie z. B. ein Nasenspray oder Augentropfen. Ein Spray wirkt schnell lokal, muss korrekt appliziert werden. Für den gezielten Einkauf sind somit klare Kriterien entscheidend, damit die passende Auswahl zuverlässig im Schrank ankommt. Diese stellen wir im nächsten Abschnitt näher vor.

Was muss ich beim Einkaufen für meine Hausapotheke beachten?
Ein durchdachter Einkauf für Ihre Hausapotheke verhindert Überbestand, Lücken und Fehlkäufe. Orientierung bieten drei Achsen:
- der passende Wirkstoff für das Symptom,
- die geeignete Darreichungsform für die Anwenderin oder den Anwender und
- bedarfsgerechte Packungsgrößen, die Verbrauch und Haltbarkeit berücksichtigen.
Wirkstoffe, Darreichungsformen und sinnvolle Mengen
Wer zum Beispiel Kopfschmerzen nur gelegentlich hat, fährt mit einer kleineren Packung besser als mit Vorrat, der abläuft, selbst wenn größere Packungen im Einkauf billiger sind. Wer Hustenmittel einkauft, prüft, ob der Husten eher trocken oder produktiv ist, um nicht unpassenden Produkten zu erwerben. Eine Vor-Ort-Beratung in der Apotheke bietet Service rund um Wechselwirkungen und Anwendungshinweise. Online-Informationen können zwar vorbereiten, ersetzen aber meistens keine individuelle Einschätzung.
Checkliste für die Hausapotheke: Kauf-Check für Entscheidungen
- Symptombezug prüfen: Welches Hauptsymptom soll das Mittel adressieren (z. B. Fieber, Hustenart, Übelkeit)?
- Wirkstoff statt Marke: Den passenden Wirkstoff identifizieren und die Packungsbeilage beachten.
- Darreichung passend wählen: Tabletten, Saft, Tropfen, Zäpfchen oder Gel je nach Person und Situation.
- Menge realistisch kalkulieren: Haushaltsgröße, Häufigkeit des Anlasses, Haltbarkeit nach Anbruch.
- Doppelkauf vermeiden: Bestand vor dem Kauf prüfen, Mindesthaltbarkeit sichten, Angebrochenes ggf. entsorgen.
- Kennzeichnung einplanen: Beim Einräumen Anwendungsbereich und Ablaufdatum gut sichtbar markieren.
Wie lagere ich Medikamente richtig?
Beachten Sie bei der Lagerung Ihrer Medikamente in Ihrer Hausapotheke folgende Aspekte:
- Ort: Trocken, kühl (15–25 °C), dunkel – nicht im Bad oder in der Küche. Ideal sind Schlaf- oder Abstellräume.
- Verpackung: Immer in Originalpackung mit Beipackzettel aufbewahren.
- Kindersicherheit: Hoch, unzugänglich und möglichst verschlossen lagern.
- Kühlpflichtige Präparate: Nur wenn ausdrücklich vorgeschrieben – im Kühlschrank (2–8 °C) in einer beschrifteten Box, nicht an der Kühlschrankrückwand.
- Licht- und Feuchtigkeitsschutz: Tube/Flasche gut verschließen, Trockenmittel in Dosen belassen, keine Lagerung auf Fensterbänken.
Lagerbedingungen entscheiden über Wirksamkeit und Sicherheit: Medikamente sollten kühl, trocken, dunkel und außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt werden. Feuchtigkeit, Hitze und Licht beschleunigen den Abbau empfindlicher Arzneimittel und beeinträchtigen Verpackungen. Auch Temperaturschwankungen sollten nach Möglichkeit vermieden werden.
| Aufbewahrungsort | Eignung | Begründung |
|---|---|---|
| Schlafzimmer | Geeignet | Meist trocken und kühl, temperaturstabil, lichtgeschützt |
| Wohnzimmer | Nicht geeignet | Meistens zu warm |
| Küche nahe Herd/Ofen | Nicht geeignet | Wärmeentwicklungen und Dämpfe belasten Arzneimittel |
| Badezimmer | Eher ungeeignet | Hohe Luftfeuchtigkeit, Temperaturschwankungen |
| Kühlschrank (nur wenn vorgeschrieben) | Bedarfsabhängig | Für bestimmte Präparate notwendig, sonst Kondensfeuchte-Risiko |
| Flur | Geeignet | Meistens kühl, keine Temperaturschwankungen |
Wie oft sollte ich die Hausapotheke überprüfen – und was genau?
Ein passender Rhythmus, um Ihre Hausapotheke zu überprüfen, ist: 1–2 Mal pro Jahr und zusätzlich vor Urlaubs- und Erkältungssaison. Die folgende Checkliste zeigt, auf was Sie dabei achten müssen.
Checkliste zur Überprüfung der Hausapotheke
- Verfallsdaten prüfen, abgelaufene Mittel aussortieren und zeitnah ersetzen.
- Anbruchfristen beachten (v. a. Säfte, Augentropfen, Nasensprays; häufig nur Wochen bis wenige Monate nach Anbruch haltbar – Packungsangaben befolgen).
- Unversehrtheit prüfen: Bandagen und Pflastern Risse, Verfärbungen an , Medikamente mit veränderten Gerüchen Konsistenzen aussortieren, auch wenn sie noch nicht abgelaufen sind.
- Vollständigkeit: Verbandstoffe, Handschuhe, Desinfektion, Elektrolyte, Fiebermittel auffüllen.
- Funktionscheck: Batterien von Thermometer/Blutdruckmessgerät prüfen.
➡️ Notfallnummern ändern sich meistens nicht, überprüfen Sie Ihre Liste dennoch regelmäßig und bewahren Sie sie so auf, dass auch Kinder sie im Notfall nutzen können, z. B. an einer Pinnwand.
Regelmäßige Bestands- und Haltbarkeitskontrollen verhindern, dass im Notfall abgelaufene Medikamente oder leere Hilfsmittel den Zugriff blockieren. Sinnvoll ist ein wiederkehrender Termin, an dem Verpackungen, Ablaufdaten und Anbruchhinweise geprüft und fehlende Artikel notiert werden.
Wie entsorge ich abgelaufene oder nicht mehr benötigte Medikamente?
Wie Sie Medikamente entsorgen können, hängt von Ihren lokalen Vorschriften ab. Hier sind einige allgemeine Hinweise zur Entsorgung abgelaufener Medizin aus Ihrer Hausapotheke:
- Niemals über Toilette oder Spüle entsorgen.
- In vielen Regionen Deutschlands über den Restmüll zulässig (außlaufsicher verpackt). Kommunale Hinweise beachten.
- Alternativen: Schadstoffsammelstellen; einige Apotheken nehmen freiwillig zurück.
- Spritzen/Lanzetten: In stichfesten Behältern entsorgen.
Entsorgung folgt dem Grundsatz Sicherheit vor Schnelligkeit: Arzneimittel nicht über das Abwasser entsorgen, kindersicher verpacken und vor Missbrauch schützen. Je nach Ort sind Recyclinghöfe oder kommunale Entsorgungswege vorgesehen, teils nehmen Apotheken im Servicefall Altbestände zurück—im Zweifel vorab Informationen beim lokalen Entsorger oder der Apotheke einholen. So bleibt Ihre Hausapotheke verlässlich einsatzbereit und jederzeit handlungsfähig. Vielerorts kann man die meisten Medikamente auch über den Restmüll entsorgen. Beachten Sie Ihre lokalen Vorschriften.

Tipps zur Organisation Ihrer Hausapotheke
Neben der Ausstattung Ihrer Hausapotheke ist auch eine sinnvolle Organisation und Aufbewahrung von Medikamenten und Zubehör wichtig. Die folgende Checkliste gibt Ihnen dazu Anregungen.
Geeignete Aufbewahrungslösungen
- Kleine Schubladenboxen oder Organizer
- Ideal für die Sortierung nach Kategorien (z. B. Schmerzmittel, Verbandsmaterial, Erkältungsmittel).
- Transparent oder beschriftbar für bessere Übersicht.
- Kunststoffboxen mit Deckel
- Schützen vor Feuchtigkeit und Staub.
- Stapelbar und einfach zu reinigen.
- Medikamentenkästen mit Fächern
- Speziell für Tabletten, Pflaster und kleine Hilfsmittel.
- Oft mit Fächern für verschiedene Tageszeiten (praktisch für regelmäßige Einnahme).
- Beschriftete Zipper-Beutel oder kleine Dosen
- Für Einzelteile wie Pflaster, Einmalhandschuhe oder kleine Tuben.
- Ermöglichen flexible Anpassung und schnellen Zugriff.
- Metall- oder Hartplastik-Koffer
- Besonders sicher und oft abschließbar (kindersicher!).
- Gut geeignet, wenn die Hausapotheke mobil sein soll (z. B. für Reisen oder Auto).
- Hängeregister oder Wandboxen
- Für kleine Wohnungen oder wenig Platz.
- Medikamente und Verbandsmaterial können platzsparend an der Wand gelagert werden.
Zusätzliche Tipps zur Organisation
- Alles beschriften: Fächer, Boxen und Beutel mit Kategorie oder Anwendungsgebiet kennzeichnen.
- Checkliste beilegen: Übersicht, was vorhanden ist und was nachgefüllt werden muss.
- Verfallsdaten kontrollieren: Abgelaufene Medikamente regelmäßig aussortieren.
- Kindersicherheit beachten: Aufbewahrung immer außerhalb der Reichweite von Kindern, ggf. abschließbar.
Schritt-für-Schritt-Anleitung für das Sortieren der Bestandteile Ihrer Hausapotheke
Alles ausräumen und kontrollieren
- Nehmen Sie alle Medikamente und Hilfsmittel aus der bisherigen Aufbewahrung.
- Prüfen Sie jedes Produkt auf das Haltbarkeitsdatum und entsorgen Sie abgelaufene oder beschädigte Medikamente fachgerecht (z. B. über die Apotheke oder den Sondermüll).
Nach Kategorien vorsortieren
Ordnen Sie die Medikamente und Hilfsmittel nach Anwendungsgebieten, zum Beispiel:
- Schmerz & Fieber (z. B. Paracetamol, Ibuprofen, Fieberthermometer)
- Wundversorgung (z. B. Pflaster, Kompressen, Desinfektionsmittel)
- Erkältung (z. B. Nasenspray, Hustenmittel, Halspastillen)
- Magen-Darm (z. B. Elektrolytlösung, Mittel gegen Übelkeit/Durchfall)
- Allergie & Haut (z. B. Antiallergika, juckreizstillende Cremes)
- Tools & Sonstiges (z. B. Pinzette, Zeckenzange, Schere, Kühlkompresse)
Nach Personengruppen differenzieren
- Trennen Sie Medikamente für Erwachsene und Kinder (achten Sie auf spezielle Dosierungen und Darreichungsformen).
- Lagern Sie regelmäßig benötigte Medikamente (z. B. für chronisch Kranke) separat und gut erreichbar.
In geeignete Behälter einräumen
- Nutzen Sie Boxen, Organizer oder Fächer, die Sie mit den jeweiligen Kategorien beschriften.
- Einzelne Medikamente oder kleine Hilfsmittel können in Beuteln oder Dosen verstaut werden.
Übersicht schaffen
- Legen Sie eine Checkliste oder einen Inhaltsplan bei, der alle Medikamente und Hilfsmittel aufführt.
- Notieren Sie Verfallsdaten und wichtige Hinweise (z. B. Einnahme nur nach Rücksprache mit Arzt).
Sicher lagern
- Stellen Sie die Hausapotheke an einen kühlen, trockenen und kindersicheren Ort (z. B. Schlafzimmer, Flur – nicht im feuchten Bad!).
- Medikamente für Kinder immer außer Reichweite und ggf. abschließbar aufbewahren.
Regelmäßig kontrollieren
- Überprüfen Sie mindestens zweimal pro Jahr den Bestand und die Haltbarkeiten.
- Ergänzen Sie fehlende oder aufgebrauchte Produkte und tauschen Sie abgelaufene Medikamente aus.

Welche Hausmittel sind sinnvoll für die Hausapotheke?
Es gibt einige bewährte Hausmittel und Salben, die als Ergänzung oder Alternative zu klassischen Apothekenprodukten genutzt werden können. Sie eignen sich vor allem bei leichten Beschwerden und zur Linderung im Alltag. Im Folgenden finden Sie einige Beispiele
Hausmittel als Ersatz für Medikamente
| Hausmittel | Anwendung | Wirkung |
|---|---|---|
| Kamillentee | Bei Magen-Darm-Beschwerden (beruhigend), als Inhalation bei Erkältung oder als Umschlag bei Hautreizungen. | Entzündungshemmend, beruhigend |
| Honig | Bei Halsschmerzen (im Tee oder pur), für kleine Wunden (antibakteriell, fördert Heilung). | Natürlich antibakteriell, reizlindernd |
| Quarkwickel | Bei Verstauchungen, Prellungen, Halsschmerzen. | Kühlend, abschwellend, entzündungshemmend |
| Apfelessig | Bei Insektenstichen (tupfen), als Gurgellösung bei Halsschmerzen | Desinfizierend, juckreizstillend |
| Zwiebel | Zwiebelsäckchen bei Ohrenschmerzen, Zwiebelsaft bei Husten | Entzündungshemmend, schleimlösend |
| Kochsalzlösung | Nasenspülung bei Schnupfen, Wundspülung | Abschwellend, reinigend |
| Wadenwickel | Ein lauwarmer, nasser Waschlappen mit Strumpf oder Handtuch an den Waden fixiert | Schonend fiebersenkend |
Natürliche Salben und Öle
| Salbe/Öl | Anwendung | Wirkung |
|---|---|---|
| Ringelblumensalbe | Bei kleinen Wunden, Hautreizungen, trockener Haut | Fördert die Wundheilung, beruhigt die Haut |
| Arnikasalbe | Bei Prellungen, Verstauchungen, Muskelkater, Zerrungen | Entzündungshemmend, abschwellend |
| Pfefferminzöl | Bei Erkältungskrankheiten, einreiben oder schlucken | Schleimlösend, beruhigend |
| Rhizinusöl | Vielfältige Anwendung, innerlich als Abführmittel, äußerlich für Haut (Schrunden, Hämorrhoiden, Narben) | Abführend, heilend und schützend bei oberflächlichen Wunden |
| Teebaumöl (verdünnt) | Bei kleinen Hautunreinheiten, Insektenstichen, Nagelpilz | Antibakteriell, juckreizstillend |
| Johanniskrautöl | Bei leichten Verbrennungen, Sonnenbrand, Muskelverspannungen | Entzündungshemmend, schmerzlindernd |
| Lavendelöl | Zur Entspannung, bei kleinen Verbrennungen (verdünnt) | Beruhigend, leicht antiseptisch |
Wichtige Hinweise:
- Hausmittel und natürliche Salben ersetzen keine ärztliche Behandlung bei ernsten Beschwerden!
- Auch Hausmittel können unverträglich sein und Nebenwirkungen haben. Testen Sie ein neues Mittel vorsichtig.
- Bei Allergien, Kindern oder chronischen Erkrankungen immer besonders vorsichtig sein.
❗ Achtung bei Kindern: Wenden Sie unverdünnte ätherische Öle niemals bei kleinen Kindern an! Sie können lebensgefährlich sein!
Fazit
Eine gut geplante Hausapotheke entsteht nicht durch Masse, sondern durch Passung: klare Grundausstattung für häufige Anlässe, gezielte Ergänzungen für Kinder, Allergien und Aktivität, bewusster Einkauf nach Wirkstofflogik und sichere Lagerung mit nachvollziehbarer Organisation. Wer halbjährlich prüft, kennzeichnet und sinnvoll entsorgt, gewinnt Kontrolle in Momenten, in denen Sekunden zählen. Starten Sie heute: Sichtprüfung durchführen, fehlende Kernartikel notieren, Lagerort optimieren—und bei offenen Fragen qualifizierte Beratung in der Apotheke nutzen.
FAQ
-
Was gehört in eine Hausapotheke?
Eine Hausapotheke sollte Schmerz- und Fiebermittel, Verbandsmaterial, Desinfektionsmittel, Mittel gegen Erkältung, Magen-Darm-Beschwerden, Allergien sowie wichtige Tools wie Fieberthermometer und Pinzette enthalten.
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Wie oft sollte die Hausapotheke kontrolliert werden?
Eine Kontrolle zweimal jährlich wird empfohlen. Dabei sollten Haltbarkeitsdaten überprüft, abgelaufene Medikamente entsorgt und fehlende Produkte ergänzt werden.
-
Wo sollte die Hausapotheke aufbewahrt werden?
Ein trockener, kühler und lichtgeschützter Ort wie Schlafzimmer oder Flur ist ideal. Das Badezimmer eignet sich wegen Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen nicht, die Küche ebensowenig.
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Wie werden Medikamente kindersicher gelagert?
Medikamente immer außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren. Abschließbare Boxen oder Schränke bieten zusätzliche Sicherheit.
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Was tun mit abgelaufenen Medikamenten?
Die Entsorgung abgelaufener Medikamente ist regional unterschiedlich. Einige Gemeinden erlauben die Entsorgung im Hausmüll, andere schreiben andere Sammelstellen vor. Informieren Sie sich bei Ihrem lokalen Entsorgungsunternehmen oder Ihrer Gemeinde.
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Wie werden Medikamente am besten sortiert?
Eine Sortierung nach Anwendungsgebieten (z. B. Schmerz, Wunde, Erkältung) in beschrifteten Boxen oder Fächern sorgt für Übersicht und schnellen Zugriff im Notfall.
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Welche Hausmittel ergänzen die Hausapotheke sinnvoll?
Hausmittel wie Kamillentee, Honig, Quarkwickel oder Ringelblumensalbe eignen sich zur Linderung leichter Beschwerden und ergänzen die klassische Hausapotheke.
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Wie erkennt man, ob ein Medikament noch verwendbar ist?
Das Haltbarkeitsdatum auf der Verpackung gibt Auskunft. Nach Anbruch verderben Flüssigkeiten oder Salben schneller – Hinweise in der Packungsbeilage beachten und das Anbruchdatum am Medikament vermerken. Verschmutzte Verbände und Pflaster sind zu entsorgen.
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Was ist bei Hausapotheken für Kinder zu beachten?
Altersgerechte Arzneiformen, niedrigere Dosierungen und kindersichere Verpackungen sind wichtig. Medikamente für Kinder separat und besonders sicher lagern.
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Braucht jede Familie eine individuelle Hausapotheke?
Ja, die Hausapotheke sollte auf die Bedürfnisse der Haushaltsmitglieder angepasst werden, etwa bei Allergien, chronischen Erkrankungen oder kleinen Kindern.
